Die Entwicklung der Majors war im letzten Monat im Verhältnis zum Euro unterschiedlich, zum USD durchwegs fest.
Es gibt für Pfund und Yen nach wie vor Aussicht auf schwächere Kurse, während das Pfund dabei fundamental fair oder leicht überbewertet ist, ist der Yen hingegen massiv unterbewertet.
Für Schweden Krone und CAD ist die Bewertung jeweils zu schwach vs. USD in etwas fair im Verhältnis zum Euro. Während Kanada emsig daran arbeitet seine Abhängigkeit von den USA zu reduzieren und dabei von seinem Rohstoffreichtum profitiert, ist Schweden in der expandierenden Weltwirtschaft hervorragend verankert und weist neben der Schweiz die geringste Staatsverschuldung unter den Majors auf.
Der Schweizer Franken ist zum Euro in etwa fair bewertet, zum USD zu schwach.
Der Australische Dollar verfügt über die niedrigste Bewertung in Relation zu den Fundamentals bei gleichzeitig guten Aussichten auf Mehreinnahmen wegen steigender Rohstoffpreise.
An der unterschiedlichen Wertentwicklung vs. Euro wird sich bis auf weiteres nichts ändern.
Der Einfluss der Preisentwicklung beim USD wirkt sich auch bei den Majors im Verhältnis zum Euro maßgeblich aus. Für den USD sehe ich kurzfristig keinen starken Treiber, um den USD in eine Richtung zu schieben. Mittel- bis langfristig ist der USD sowohl charttechnisch im Abwärtstrend und dabei fundamental überbewertet. Solange die US-Börsen stark weiter steigen, sind die unglaublich hohen Defizite der USA aber nicht Grundlage für eine Abschwächung des USD, weil diese durch Kapitalzuflüsse abgedeckt werden, die in Portfolioinvestitionen strömen.
Kritisch zu beobachten ist der nach wie vor bestehende Trend zu steigenden Zinsen am langen Zinsende.
30-jährige US-Staatsanleihen rentieren wieder über 5%
Hohe Kapitalkosten sind ein Hemmschuh für den Immobilienmarkt, der sich nach wie vor schwach entwickelt. Für viele (junge) Amerikaner ist der Erwerb eines Eigenheims mit – immer noch sehr hohen Preisen – hohen Zinsen nicht denkbar. Die Bereitschaft umzuziehen ist auch stark gedämpft, weil es in den USA nicht üblich ist, Hypotheken zu migrieren. Damit stehen Hauseigentümer vor dem Dilemma, dass sie auch 2% Hypotheken in 7% Hypotheken wechseln müssten. Die US-Regierung arbeitet angeblich an einer Änderung der Unübertragbarkeit von Hypotheken. Dies könnte helfen, den Immobilienmarkt zu beleben.
Aber nicht nur der Immobilienmarkt leidet. Zinsen steigen aktuell nicht, weil die US-Notenbank die Zinsen anhebt, sondern weil wir einen Käuferstreik erleben, der durch die Sorge um zu hohe Verschuldung, hohe Inflation und die Rückführbarkeit von Schulden begründet ist. Hierbei steigen auch die Refinanzierungskosten für Unternehmen, deren Gewinnentwicklung dadurch an einem Punkt in der Zukunft unter Druck geraten wird. Weil, neben den Staaten, auch die Unternehmen ihre Verschuldungsniveaus und Investitionen weiter ausweiten, ist bei gleichzeitig sehr hohen Aktienkursbewertungen das Erreichen eines Tipping-Point unvermeidlich, der aktuell zeitlich aber noch nicht vorhersehbar ist.
Der Konsum hängt daran, dass die Börsen weiter steigen. Tun sie das nicht, sinkt der Konsum. Würden Börsenkurse fallen, würde der Konsum einbrechen, weil die Sparquote niedrig ist und viele US-Konsumenten kaum über Barreserven verfügen.
Aktuell befinden sich die Märkte in einem relativ stabilen Gleichgewicht, bei steigendem Wirtschaftswachstum und steigenden Börsen. Vorerst bleibt dies so.




