Die Wachstumsraten in Asien haben sich bislang bemerkenswert robust gezeigt. Die nach wie vor bestehende Sperre der Straße von Hormuz ist definitiv eine schwelende Belastung, ich denke aber, dass diese Schließung sehr bald enden könnte. Für diesen Fall ist eine nochmals deutliche Belebung der Weltwirtschaft zu erwarten, die im Ganzen noch immer recht expansiv wirkt. 

Diese Expansion der Weltwirtschaft hat auch damit zu tun, dass die Leistungskraft der chinesischen Wirtschaft ungebrochen ist.

Hier kann sich durch die Rückkehr der Inflation in China auch ein deutlicherer Preisschub in den USA und Europa geben. Hier haben sich alle schon daran gewöhnt, dass China ein Faktor der Deflation ist. Dies ist aktuell nicht mehr so und das nicht nur wegen höherer Energiepreise. Damit wandelt sich China von einer strukturellen Preisbremse zu einem Brandbeschleuniger ohnehin schon deflationärer Tendenzen.

Ich gehe seit 5 Jahren – wie es scheint ganz zu Recht – davon aus, dass wir in eine Zeit höherer Inflationsraten und Zinsen gehen. Starke Veränderungen in kurzer Zeit wie vor 5 Jahren werden dabei eher selten sein. Ich gehe eher davon aus, dass wir uns treppenförmig nach oben bewegen werden, dass es dabei aber immer wieder Rücksetzer bei den Zinsen geben wird. Einen solchen erwarte ich übrigens über den Sommer, falls der Konflikt mit dem Iran auf Sparflamme gedrückt werden kann. 

 

Das Treffen mit Trump

Das Treffen Trumps mit Xi Jinping wird interessant. Die Chinesen haben die USA letztes Jahr im Zuge der Erhöhung der Zölle spüren lassen, dass sie gleich hohe Zölle verhängen können, ohne sich selbst zu schaden. Zudem haben die Chinesen den USA vor Augen geführt, dass sie die USA viel leichter unter Druck setzen können als umgekehrt. Dies betrifft vor allem die Verfügbarkeit von medizinischen Grundmaterialien, Magneten und Seltenen Erden, ohne die die amerikanische Militär-Dominanz nicht denkbar ist. Für die USA ist das ein Umstand, der erfordert, sich mit dem geostrategischen Herausforderer auseinanderzusetzen. Und das erfordert für einige Jahre eine Begegnung auf Augenhöhe.

 

Asien rückt zusammen

Der innerasiatische Handel ist letztes Jahr, animiert durch die amerikanischen Zölle, um 10% gewachsen und es ist davon auszugehen, dass dieses Wachstum auch in dieser Dimension einige Zeit anhalten wird.

Dies hat vielschichtige Ursachen: 

 

  1. Der Westen ist kein Vorbild mehr, in manchen Bereichen gar ein abschreckendes Beispiel geworden
  2. Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum spielen sich zunehmend in Asien und Afrika ab
  3. Die technologische Vorherrschaft des Westens steht vor dem Ende – wir können maximal mithalten
  4. Zuverlässigkeit des Miteinander und die höhere kulturelle Kohärenz werden das Ihre dazu tun, dass Asien noch näher zusammenrückt

    Die Fortschritte werden unterschiedlich stark ausfallen, aber zweifelsohne eintreten. Damit ist für asiatische Währungen ein struktureller Aufwärtstrend, vorerst vor allem vs. USD zu erwarten.

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