Die Weltwirtschaft ist in einem guten Zustand. Wenn man deutsche Medien aufschlägt denkt man, wir stünden vor einem wirtschaftlichen Armageddon. Wahr ist, dass Europa aber auch Australien, Japan und Kanada (=die Majors) in einer unglücklichen Lage sind.

Die Staatsschuldenkrise in Europa führte zu einer Investitionsknappheit, die vor allem in Südeuropa dazu führte, dass Unternehmen gezwungen wurden, Kreditvolumina zurückzufahren, um Bankbilanzen zu entlasten, während in den USA die Kredithähne weit offen waren. Dass auf Basis dessen weniger investiert wurde und weniger Kapital für mutige Projekte zur Verfügung stand, ist so gesehen kein Wunder.

In Asien, das seine Schuldenkrise vor fast 30 Jahren erlebte, waren die Zehner-Jahre neuerlich ein Jahrzehnt des Aufbruchs, dessen Früchte Asiens Staaten in den Zwanzigern zu ernten beginnen. Es ist kein Wunder, dass Japan, Südkorea aber auch die Asean-Staaten gemeinsam mit China einen nun schon lange währenden selbsttragenden Wirtschaftsaufschwung erleben. In den letzten 15 Jahren haben sich viele Unternehmen Asiens technologisch deutlich weiterentwickelt, sodass wir uns in den Majors verdutzt die Augen reiben, weil wir nicht mehr die „alleinigen“ Produzenten hochspezialisierter Maschinen und Autos sind.

Wir müssen mehr investieren

Ich meine damit nicht die Staaten, die sich ohnehin schon viel zu wichtig nehmen. Die Bedingungen für Unternehmen müssen dramatisch verbessert werden, hinsichtlich Steuerbegünstigungen für Investitionen, vor allem aber durch Reduktion der regulatorischen Lasten. Es ist innerstaatlich wie supranational zu erkennen, dass wir die Bürokratie (und die Zahl der Beamten) deutlich reduzieren müssen, um zumindest langfristig konkurrieren zu können.

Ich erkenne hier ein wenig Bewegung hin zur Erkenntnis, aber weder Einsicht noch einen Ansatz für einen Plan, wie dies konkret umgesetzt werden könnte. Solange dies nicht absehbar wird, ist es aus meiner Sicht nicht denkbar, dass Europa Kapital anzieht oder der Kapitalabfluss endet.

Die Anzeichen für eine Blase im US-Kapitalmarkt sind klar vorhanden

Der Börsengang von Space X in der letzten Woche setzte ein Ausrufungszeichen unter diese Zwischenüberschrift. Ein Unternehmen, das in Summe Verluste schreibt, kam mit einer Bewertung von zeitweise 3.000 Mrd. USD an die Börse. Es gibt keinen klaren Weg hin zu Einnahmen, die diese Bewertung rechtfertigen würden. Die Frage, die mich befremdet ist vor allem, wo die Unternehmen sind, die Space X für Dienstleistungen bezahlen könnten, um diese Bewertung zu rechtfertigen. Wenn auch nur die Hälfte der Annahmen, wie disruptiv AI ist, wahr wäre, ist nicht davon auszugehen, dass jene Unternehmen, die disruptiert werden, überhaupt die Mittel hätten, AI so stark zu alimentieren, dass sie sich selbst aus dem Markt schaffen.

Aktuell steigt der USD vs. allen Majors an. Schwach sind dabei vor allem SEK, NOK und CAD. Der AUD hält sich, ebenso wie das Pfund zum Euro. Wenn es nicht die Sorge um die Investitionsfähigkeit Europas ist, die den USD steigen lässt, weiß ich aktuell nicht warum der USD in den nächsten Wochen weiter steigen sollte. Es fehlen mir aber auch Gründe für eine nachhaltige unmittelbar einsetzende Abwertung des USD, sodass ich im Ganzen an die Fortsetzung des seit 15 Monaten bestehenden ungewöhnlich schwankungsarmen Seitwärtstrend glaube, dessen untere Bandbreite wir aktuell testen.

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