Die Aussichten für Emerging Markets verbessern sich zunehmend. Die Inflationsraten in den Emerging Markets haben sich in den letzten 15 Jahren deutlich günstiger entwickelt als in den Jahrzehnten davor. Zudem haben in vielen Ländern bessere strukturelle Bedingungen Einzug gehalten, weil viele Staaten ihre Finanzen in den Griff bekommen haben oder zumindest keine allzu schweren Politikfehler begingen.

Die Rohstoffpreisrezession der Jahre 2012 bis 2022 hatte die Emerging Markets, die viele Rohstoffe für die Weltwirtschaft bereitstellen stark belastet und Direktinvestitionen stark sinken lassen, was dazu beitrug, dass die Nachfrage nach den Währungen sank, was diese wiederum im Wert sinken ließ und die Inflation im Durchschnitt höher steigen ließ als in den „entwickelten Ländern“, wenn auch nicht mehr in so luftige Höhen wie in den Jahrzehnten davor.

In Brasilien sank die Privatverschuldung deutlich ab, weil die Zinsen dort im Durchschnitt auf wirtschaftsschädlich hohem Niveau verblieben. Ohne Aussicht auf wirtschaftliche Verbesserung gab es einen Grund mehr, diese Währungen und Kapitalanlagemöglichkeiten an der Börse und in Anleihen zu meiden.

Die Rohstoffpreisrezession ist vorbei – wir stehen vor einer Phase steigender Rohstoffpreise

Eine Rohstoffhausse anzukündigen, scheint spekulativ, ist aber weniger zufällig als es den Anschein haben mag. Rohstoffpreiszyklen durchlaufen langfristige Wellen, die Boom und Bust enthalten und durch die Intensität mit der Rohstoffunternehmen das Angebot steuern. Die Nachfrage gibt den Ton an, die Rohstoffunternehmen reagieren – mit Zeitverzögerung. In der letzten Rohstoffhausse der 00-er Jahre haben Rohstoffunternehmen die hohe Nachfrage mit enormen Investitionen und reger M&A Aktivität beantwortet. Dies steigerte sich in einen ungesunden Rausch und der darauffolgende Kater durch Schlagendwerden von Überkapazitäten führte zu einem epischen Preiseinbruch.

Dem Rausch folgte ein epischer Kater, der bis heute Folgen hat. In den letzten 14 Jahren haben Rohstoffunternehmen die Investitionen zusammengestrichen. Unprofitable Geschäftsbereiche wurden abgestoßen, Minen geschlossen und dem Schuldenabbau der Vorzug gegeben.

Dies führt dazu, dass heute bei stark steigender globaler Nachfrage die Nachfrage das Angebot übersteigt. Ein Prozess, der sich verstärken wird, weil sich der Nachfrageanstieg durch steigende globale Unsicherheit eher verstärken wird. Für viele Rohstoffe gibt es kein grundsätzliches Defizit (außer Platin), sondern ausgeprägte Inelastizität beim Ausgleich auf steigende Nachfrage. Während die Nachfrage innerhalb eines Jahres bei ausgeprägtem Lageraufbau stark steigen kann, braucht es bei Metallen oft 12-25 Jahre, bis Erzvorkommen entdeckt werden, geplant, beantragt, genehmigt, gebaut und in die Produktion gebracht werden können.

Das Unwissen über diese Tatsache kann für Unternehmen zu fataler Fehleinschätzung über die Bedingungen für das Geschäft in der Zukunft führen.

Die Bedingungen für Emerging Markets verbessern sich deutlich und nachhaltig

Die Währungen vieler EM, hatten sich in den letzten 10 Jahren deutlich abgeschwächt. Weitere Abschwächung ist vorerst nur für Indien und Indonesien möglich. Beide Länder haben strukturelle Schwächen, die die grundlegend positive Entwicklung noch für einige Zeit belasten wird. Ich bin, für die Währungen beider Länder, bis auf weiteres und aus unterschiedlichen Gründen, skeptisch.

Für Lateinamerika und dem Rest Asiens bin ich hingegen zumindest vorsichtig optimistisch.

Besondere Chancen zu weiterem Währungsanstieg sehe ich für Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko.

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