Ich habe – etwas früh – schon vor 14 Monaten einen Anstieg asiatischer Währungen erwartet und dem folgend, und diese Entwicklung befeuernd, eine Erholung der asiatischen Währungen erwartet. Was den CNY betraf, traf diese Erwartung grundsätzlich schon 2024 zu, wurde aber in Erwartung der Wahl Trumps im Herbst vollständig korrigiert und erst nach April 2025 setzte die erwartete Aufwärtsbewegung des nach wie vor unterbewerten CNY voll ein.
Klarer war das Bild bei THB und vor allem MYR. Während der THB eine ähnliche Entwicklung zeigte wie der CNY, war der MYR neben dem SGD die mega-starke Währung Asiens.
Japan und Korea sind ein Sonderfall
Falsch lag ich bei JPY und KRW. Die koreanische Notenbank hält den KRW bewusst nahe beim JPY. Japan ist in vielen Bereichen Hauptwettbewerber. Japan selbst riskiert mit einer sehr wagemutigen Geldpolitik den vollständigen Kollaps der Währung. Ich denke aber, dass dieser bewusste Akt vor dem Hintergrund der schädlichen Kollateraleffekte für die Staatsverschuldung vermieden werden wird.
Japan schuldet dem Ausland kaum einen Yen und mehr als die Hälfte der Schulden wird tatsächlich von der Notenbank gehalten. Damit ist die Staatsverschuldung von über 237% des BIP effektiv immer noch bei 110%, allerdings ist der Zinsendienst auch nur ein Bruchteil dessen, was er in den USA ist, die eine vergleichbare hohe Verschuldung tragen und gut ein Viertel ihrer Staatsschulden dem Ausland schulden.
Die Entwicklung bei den langfristigen Zinsen kann nun aber weder die japanische Regierung kalt lassen und erst recht nicht die – normalerweise regierungshörige – Notenbank.
Ich gehe davon aus, dass der Yen in diesem Jahr – mit gut 2-jähriger Verspätung – aufzuwerten beginnen wird. Wie immer in der Vergangenheit, wenn sich der Yen aus allzu tiefgehender Unterbewertung löste, ist eine eruptive Aufwärtsbewegung des Yen möglich. Davor hatten die BoJ und die Regierung in den letzten Jahren Angst, weil sie danach trachteten, die Inflation zu manifestieren. Ich gehe dann beim Yen näher darauf ein, warum es diesmal endlich erfolgen sollte.
Malaysia Ringgit und Singapur Dollar sind zum USD bereits recht fest
Dabei sollten Sie nicht unterschätzen, dass auch diese beiden Währungen zum USD noch massiv unterbewertet sind. Der Ringgit ist immer noch um gut 30% billiger als 2011. Der Singapur Dollar hat hingegen sein Bewertungsniveau recht stabil halten können.
Wenn ich die Entwicklung der Geldmenge und der Staatsverschuldung mit diesen beiden kleinen Staaten vergleiche ist aber auffällig, dass die Amerikaner eindeutig stärker aufgedrückt haben und damit die Substanz der eigenen Währung aushöhlen.
Meiner Einschätzung nach werden SGD und MYR den eben erst begonnen Aufwärtstrend der letzten beiden Jahre dynamisch fortsetzen. In den letzten 10 Jahren hatten beide Länder gegenüber den USA einen Wachstumsvorsprung. Singapur ist netto schuldenfrei, die Staatsfonds überwiegen die Staatsverschuldung bei weitem. Malaysia hat eine „geringe“ Staatsverschuldung von 70% des BIP.
Verzerrungen können sich lange Zeit halten
Ich habe in den letzten Monaten wiederholt in den USD-Ausgaben darauf hingewiesen, dass die Einseitigkeit der internationalen Investoren, ihr überschüssiges Anlagekapital in den USA zu investieren, enden wird. Dies war letztes Jahr bereits sichtbar, weil sich der Rest der Welt besser entwickelte als die Börsen in den USA – und das lag nur zum Teil am schwächeren USD. Noch sind bei weitem nicht alle Anlagen in den USA abgesichert. Mit dynamischerer Abwertung hin zur Kaufkraftparität (~ 1,40 EUR/USD) wird dies nachgeholt werden und die USD-Abwertung beschleunigt. Im Zuge dessen, wird die „Sehnsucht“ der Investoren, ihr Kapital in den USA anzulegen, verringert werden. Dies wird den USD weiter nach unten drücken- und ich warne noch einmal davor zu unterschätzen, wie dynamisch und nachhaltig dieser Prozess verlaufen kann.




