Im Angesicht des Lärms, den die US-Regierung auf vielen Feldern erzeugt, scheint es manchen so, dass die Risiken steigen. Was tatsächlich am Markt passiert ist fast als weise zu bezeichnen: Der US-Lärm wird ignoriert.

Donald Trump hat seine Glaubwürdigkeit weitgehend verloren

Die Drohgebärden, die noch vor einem Jahr wirkten, sind als lahme Waffe erkannt worden. Solange es Donald Trump wichtig ist, wie sich die Börsen entwickeln, ist jeder Theaterdonner genau das. Ein Fake.

Es ist nicht unmöglich, dass Trump sehr fragwürdige Dinge zu tun beschließt. Das Risiko dazu besteht, ich halte es aber auch für gering.

Was bleibt ist ein sehr positives Umfeld für Emerging Markets

  • Die Realzinsen sind hoch und werden sinken
  • Die Inflation wird weiter sinken, weil die Währungen aufwerten
  • Die Zinsen werden sinken, damit Investitionen und den Konsum antreiben
  • Steigende Steuereinnahmen werden die Staatsschuldenentwicklung dämpfen und gezielte Investitionen ermöglichen
  • Die Geopolitik als wesentlicher Treiber bleibt, unterstützend für Rohstoffpreise und Energieträger
  • Die Verschiebung der politischen Ausrichtung nach rechts vor allem in Lateinamerika verspricht eine wirtschaftsfreundlichere Ausrichtung in den betroffenen Ländern (Chile, Kolumbien, Venezuela (!), vermutlich Brasilien, Argentinien ohnehin)
  • In Asien ist die Entwicklung ungebremst positiv, begleitet von Expansion in China, Japan und Südkorea, aber auch in Europa und den USA
  • Globale Portfolioströme verändern sich und leiten zunehmend Kapital nach Asien, Lateinamerika und Europa
  • Die letztes Jahr begonnene Schwäche des USD beendet den 15-jährigen Aufwertungszyklus des USD gegen (fast) alle anderen Währungen

Wie immer, wenn eine Zeitenwende erfolgt, ist die Einsicht in diese zu Beginn nicht gegeben. Die 15-jährige Aufwertung des USD hat zu außerordentlich verzerrten Wechselkursverhältnissen geführt, die nun nicht mehr haltbar sind und zu lange währenden und auch deutlichen Gegenbewegungen führen wird.

Dies bedeutet für Exporteure:

Hedges werden Cashflows verbrennen und sind nur gezielt (professioneller Opportunismus) oder für einen deutlich kleineren Teil des Geschäfts anzuraten.

Dies bedeutet für Importeure

Hedges bringen auf Grund der hohen Zinsdifferenz für mehrere Jahre einen Mehrertrag. Devisenkurskorrekturen sind möglich, sollten den Zinsunterschied aber nicht dauerhaft aufzehren. Es ist sinnvoll für das laufende Geschäftsjahr so viel wie möglich rollierend abzusichern und idealerweise auch für die kommenden 2-3 Jahre zumindest einen Teil des Geschäfts vorab zu sichern.

Das bedeutet für Rohstoffeinkäufer

Gehen Sie davon aus, dass wir am Beginn eines jahrelangen Rohstoffpreissteigerungstrends stehen. Die globalen Investitionen und auch der Konsum werden tendenziell weiter zunehmen, sich vielleicht sogar exzessiv steigern. Wenn Sie Kontrolle über Ihre Kosten erreichen wollen, empfiehlt es sich, die Hedging Aktivitäten für börsennotierte Materialien zu intensivieren und für andere, nicht börsennotierte Materialien, Proxyhedging in Anspruch zu nehmen.

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