Angesichts des Mangels an unmittelbaren handfesten Triggern für eine massive Börsenkorrektur ist eine Fortsetzung des positiven Trends bei CEE-Währungen zu erwarten.
In der Vergangenheit waren es starke Zinserhöhungen, die – wie 2022 – zu zumindest temporären Börseneinbrüchen führten. Vor vier Jahren mussten die Notenbanken angesichts starker Preissteigerungen nach Corona zurückrudern, die Zinsen erhöhen und dann auch noch von Quantitative Easing Abstand nehmen.
Die Börsen können in den kommenden Monaten eine „luftleere Phase“ haben und durchaus bis zu 20% sinken, wenn Mr. Trump im Vorfeld der Midterms innenpolitische Probleme zu externalisieren trachtet, um in der Heimat Einheit anzustreben. Ich halte dies nicht für unmöglich, aber letztlich unwahrscheinlich, weil die Amerikaner mit der Interventionitis der Administration Trump auch nicht zufrieden sind und jede Form unbedrängter Eskalation ablehnen.
Ich rechne in den kommenden Monaten mit einer „schleichenden Fortsetzung“ der bestehenden Trends, die alle positiv sind für CEE, seitwärts gerichtet für den RUB und leicht schwächer für die TRY.
Im kommenden Monat keine Querschüsse vom USD
Ich bin ein struktureller USD-Bär und rechne mit mittel- und längerfristig deutlich tieferen Notizen für den USD vs. Rest der Welt.
Kurzfristig (kommende 4-8 Wochen) rechne ich nicht damit, dass der USD aus der aktuellen Bandbreite zwischen 1,1700 und 1,1900 EUR/USD ausbricht.
Strebt der USD gen 1,17 (max. 1,1620) werden die CEE-Währungen zum Euro leicht schwächer tendieren. Es sind letztlich Mokkatassen-Währungen. Schwächt sich der Euro ab (Badewanne) schwappen die kleinen Währungen über und schwächen sich zum USD deutlicher ab und damit auch zum Euro.
Damit ist aber auch die längerfristige Doppelwirkung klar:
Feste Börsen und schwacher USD sorgen für einen Bewertungsboost für CEE-Währungen
Ich erkenne, wie gesagt, keine aktuelle strukturelle Gefahr.
Ich rate dazu, HUF bei 383-385 EUR/HUF zu kaufen, ebenso den Zloty bei 4,25 EUR/PLN und die CZK bei 24,65 – 24,80 EUR/CZK. Diese Kursziele sind jeweils 2-3% vom aktuellen Kurs entfernt und stellen quasi optimale Kaufgelegenheiten im aktuellen Setting dar.
Die Türkei ist on track
Die Notenbank befolgt seit einem Jahr meinen Rat, den ich seit 2,5 Jahren erteile: Sie hält die Zinsen anständig über der Inflationsrate. Die Kerninflation ist erstmals seit Jahren unter 30% gesunken, der Trend zu sinkenden Preisen hält auch deshalb an, weil die TRY zum USD de facto nicht mehr abwertet. Die Abwertungsrate liegt bei 2% seit dem Jahresbeginn und damit bei knapp 17% p.a.. Dies wird mit einem Zinssatz von 37% locker übertroffen. Deswegen ist die TRY aktuell ein interessantes Investment, dem ich im Asset Management auch nachkomme.
Worauf zu achten ist: Die TRY hat ein ausgeprägtes Korrelationsverhältnis zum USD. Dazu empfahl ich in der „Ausgabe 3 USD“, USD bei Erreichen von 1,19 zu kaufen und bei 1,17 EUR/USD zu geben. Ich nutze dies bei der Kapitalanlage, indem ich TRY-Investments mit einem opportunistischen USD-Overlay-Hedge ausstatte und so die Abwertungsrate der TRY vs. USD auszugleichen trachte, was zur Folge hat, dass die Verzinsung gesamthaft vereinnahmt werden kann oder sogar leicht gesteigert wird.




